ERES-Stiftung

Harald Fuchs
Zeit nach der Detonation

2005, Graphit auf Büttenpapier, 113 x 79cm

Die Ästhetik wissenschaftlicher Bilder beschäftigt Harald Fuchs (geb. 1954) in seinen Zeichnungen, Fotografien, Lichtprojektionen und Installationen immer wieder. In einem neueren Werkzyklus setzt er sich mit dem Arbeitstisch Otto Hahns auseinander, auf dem grundlegende Experimente zur Spaltung von Urankernen stattfanden. Fuchs interessieren in dieser Serie sowohl Details des Tisches als auch die Folgen, die Hahns Experimente für die Forschung hatten. Hier zu sehen ist das Anwachsen einer Atombombenexplosion nach der Detonation in Millisekunden. Vorlage für die mit Graphitstift akribisch ausgeführte Zeichnung waren historische Aufnahmen. Es entstehen Reihungen pilzförmiger Wolken, die wie Fingerabdrücke eines Verbrechens die Genese des von Wissenschaftlern erdachten Infernos dokumentieren. Fuchs übernimmt den nüchtern sezierenden Blick der Kamera auf die Prozessualität des Schreckens. Gleichzeitig gewinnt er der vom Menschen geschaffenen Orgie der Zerstörung durch zeichnerische Brechung etwas Geheimnisvolles, fast Schönes ab.

www.haraldfuchs.com

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