ERES-Stiftung

Wolfgang Tillmans
Venus transit, clouds

2004, C-Print, 40 x 30 cm

Am 8. Juni 2004 hält Wolfgang Tillmans (geb. 1968) in vier Motiven das äußerst seltene Phänomen eines Venustransits fest. Man sieht die Venus als kleine schwarze Scheibe vor der Sonne. Dieses Bild zeigt sich dem Erdbetrachter nur, wenn Erde, Venus und Sonne auf einer Blickachse liegen. »Im 18. und 19. Jahrhundert war die Beobachtung dieses geometrischen Phänomens von immenser wissenschaftlicher Bedeutung«, schreibt Tillmans über diese Arbeit.¹ »Die Forscher hatten herausgefunden, dass sich anhand von genauen Aufzeichnungen und dem Vergleich der Dauer des Venusdurchgangs vor der Sonnenscheibe an verschiedenen weit voneinander entfernten Punkten der Welt die Entfernung zwischen Sonne und Erde errechnen lässt. (...) Den Transit von 2004 durch das Teleskop zu beobachten (...) hatte natürlich keinerlei wissenschaftlichen Wert, aber es war eine bewegende Erfahrung, die tatsächliche Himmelsmechanik sich vor meinen Augen abspielen zu sehen.«

¹(Aus: Wolfgang Tillmans, »truth study center«, Taschen Verlag, 2005)

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