Gletscherdämmerung

Klimawandel und die Folgen
17. – 22. Oktober 2006

Projekt

Gletscherdämmerung war der Titel einer Ausstellung und eines Symposium, die sich dem Thema Klimawandel aus der Sicht von Künstlern und Naturwissenschaftlern näherten. 14 Künstler zeigten ab 17. Oktober 2006 Videos, Malereien, Zeichnungen, Installationen und Fotoarbeiten, die sich direkt oder indirekt mit Klima- und Naturphänomenen auseinandersetzten.

Am Samstag, 21. Oktober 2006 gaben vier der international renommiertesten deutschen Klimaexperten auf einem Symposium Einblicke in den aktuellen Stand der Forschung. Auf jeden wissenschaftlichen Vortrag folgte ein künstlerischer Beitrag. Stephan Huber, München, lotete in einer Performance Faszination und Schrecken von Katastrophen aus. Lutz Fritsch, Köln, spracht über seine Expeditionen auf dem deutschen Forschungsschiff Polarstern in die Arktis und Antarktis. Der New Yorker Künstler Peter Fend antwortete auf Al Gores Buch Eine unbequeme Wahrheit und das Münchner Künstlerduo Haubitz+Zoche machte mit einer irritierenden Installation in der Maximilianstraße auf die Klimaproblematik aufmerksam: Vor dem Ausstellungsort wurde ein mit Wasser gefüllter Mittelklassewagen geparkt. Die Künstlerinnen bezogen sich damit auf Medienbilder von überfluteten Straßen und Autos, die in Folge des Klimawandels immer häufiger zu sehen sind. Das geflutete Auto wurde live gefilmt und als Videoprojektion in den Ausstellungsraum übertragen.

Am Sonntag, 22. Oktober 2006 diskutierten Wissenschaftler und Künstler über Möglichkeiten, den Klimagau zu verhindern.

Künstler: Sonja Braas, Olafur Eliasson, Peter Fend, Lutz Fritsch, Matthias Gangkofner, Nathalie Grenzhaeuser, Haubitz+Zoche, Stephan Huber, Igloolik Isuma Productions, Ruprecht von Kaufmann, Nanne Meyer, Yuko Shiraishi, Roman Signer

Wissenschaftler: Gerhard Berz, Winfried Blum, Hartmut Graßl, Stefan Rahmstorf

Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, EUR 5,00
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Vorträge

Dienstag, 17. Oktober 2006, 19 Uhr

Ausstellungseröffnung
Prof. Helmut Friedel, Lenbachhaus, München

Samstag, 21. Oktober 2006, 15 bis 21 Uhr

Prof. Hartmut Graßl, Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg
Wie dünn ist das Eis?
Wir Menschen als Klimamacher

Lutz Fritsch, Köln
Arktis – Antarktis und die Bibliothek im Eis
Unterwegs mit dem Forschungsschiff Polarstern

Prof. Gerhard Berz, ehem. GeoRisikoForschung, Münchener Rück, Institut für Meteorologie, LMU München
Was kostet die Welt?
Ist das Klimaexperiment bezahlbar?

Haubitz+Zoche, München
Performance: countdown

Prof. Stefan Rahmstorf, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Heißzeit – Eiszeit
Lebensader Golfstrom: Droht Europa ein abrupter Klimawandel?

Peter Fend, New York, Berlin
Günstige Taten
Eine Antwort auf Al Gores Buch Eine unbequeme Wahrheit

Prof. Winfried Blum, Institut für Bodenkultur, Universität Wien
Verwüstete Zukunft
Wie verändert sich die Weltvegetation und was bedeutet das für unsere Zivilisation?

Stephan Huber, München
Fiat ars: Katastrophenliebe und Katastrophenschrecken: pereat mundus.
Kurze Abhandlung über Buster Keaton, George Bush und mich mit Chor und bewegten Bildern.

Sonntag, 22. Oktober 2006, 11 bis 14 Uhr

Podiumsdiskussion
Sind wir noch zu retten?
Welche Lösungen gibt es, den Klimagau zu stoppen?

Es diskutieren:
Prof. Hartmut Graßl, Prof. Winfried Blum, Prof. Stefan Rahmstorf, Prof. Gerhard Berz, Stephan Huber, Lutz Fritsch, Haubitz+Zoche

Moderation:
Dr. Patrick Illinger, Süddeutsche Zeitung