Plastic Age

Faszination und Schrecken eines Materials

12. September – 13. Dezember 2014

Claire Morgan - The Beautiful and the Damned

Claire Morgan, The Beautiful and the Damned, 2013
© Claire Morgan, Courtesy Galerie Karsten Greve

Tobias Rehberger - Prothese IV

Tobias Rehberger, Prothese IV (linker Arm)
© Tobias Rehberger, Courtesy neugerriemschneider, Berlin

Plastik ist überall und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es macht das Leben einfacher und bunter, es ist billig und beliebig formbar. Schon allein deshalb wird immer mehr davon produziert. Lag die weltweite Produktion 1950 noch bei 1,7 Millionen Tonnen, stieg sie kontinuierlich auf 288 Millionen Tonnen im Jahr 2012 an. Oder anders ausgedrückt: In den vergangenen zehn Jahren wurde in etwa so viel Plastik hergestellt, wie im gesamten letzten Jahrhundert.

Doch die Erfolgsgeschichte dieses so unverwüstlichen und wunderbar vielseitigen Materials hat auch ihre Schattenseiten. Günstige Produktionsbedingungen und chemische Beständigkeit sind eine gewaltige Herausforderung für die Stoffkreisläufe unseres Planeten: Wachsende Müllberge, Plastikinseln in den Ozeanen, Mikroplastik in Gewässern und Lebensmitteln wie Honig oder Milch belasten nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit.

Andererseits ist eine Zukunft ohne Plastik nicht mehr vorstellbar, denn es gibt erstaunliche Fortschritte in der Polymerforschung. Moderne Kunststoffe eröffnen neue Möglichkeiten bei der Erzeugung erneuerbarer Energien, in der Medizin sind Plastikimplantate immer häufiger vielversprechende Alternativen zu Werkstoffen wie Titan und Keramik.

Auch die bildende Kunst erprobt Einsatzmöglichkeiten und Wirkungen von Plastik. Künstler erkunden auf ihre Weise das ungeheure Innovationspotenzial von Kunststoff und nutzen seine verblüffende Vielfältigkeit und leichte Formbarkeit für ihre Arbeit. Dabei sind sie sich der damit verbundenen Problematik für Mensch und Umwelt durchaus bewusst. Oft ist gerade die dem Thema innewohnende Ambivalenz Teil seiner Anziehungskraft.

Mit dem Projekt Plastic Age möchte die ERES-Stiftung Faszination und Schrecken dieses besonderen Materials aus künstlerischer und wissenschaftlicher Sicht beleuchten.

Künstler

Paweł Althamer, Michael Beutler, Juliette Bonneviot, Olaf Holzapfel, Christoph Knoch, Bert Löschner, Philipp Messner, Claire Morgan, Alexandra Navratil, Dan Peterman, Tobias Rehberger, Tom Verbruggen

Vorträge

  • Samstag, 13. September 2014, 19 Uhr

    Prof. Dr. Michael Braungart, Erasmus-Universität Rotterdam
    Intelligent produzieren, verschwenderisch nutzen: So macht Plastik Spaß

    Dan Peterman, Künstler, Chicago
    Plastic Archive

    Anschließend Podiumsgespräch
    Moderation: Florian Hildebrand, Redaktion Wissenschaft und Bildungspolitik, Bayerischer Rundfunk

  • Donnerstag, 23. Oktober 2014, 19 Uhr

    Tom Verbrugge, Künstler
    Klang-Performance toktek

  • Dienstag, 28. Oktober 2014, 19 Uhr

    Prof. Dr. Hans-Peter Hutter, Institut für Umwelthygiene, Medizinische Universität Wien
    Wie viel Plastik ist in uns und um uns herum?

  • Montag, 17. November 2014, 19 Uhr

    Dipl. Ing. Thomas Wodke, Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT, Oberhausen
    Rübe statt Rohöl? Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen

    Michael Beutler, der Künstler spricht über seine Arbeit Ballenernte

    Anschließend Podiumsgespräch
    Moderation: Dr. Patrick Illinger, Leiter Wissenschaftsressort, Süddeutsche Zeitung

  • Montag, 8. Dezember 2014, 19 Uhr

    Prof. Dr. Klaus Müllen, Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Mainz
    Plastik macht’s möglich. Perspektiven eines Materials

Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, EUR 5,00
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